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REZENSION: Kunene und der König, Ambassadors Theatre, London ✭✭✭

Veröffentlicht am

1. Februar 2020

Von

julianeaves

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Julian Eaves bespricht John Kanis Stück Kunene and the King, das derzeit von der Royal Shakespeare Company im Ambassadors Theatre gezeigt wird.

John Kani und Antony Sher in Kunene and the King. Foto: Ellie Kurtz Kunene and the King

Ambassadors Theatre

29. Januar 2020

3 Sterne

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Stücke, die von Schauspielerinnen und Schauspielern geschrieben werden, können höchst faszinierend sein.  Manche Darsteller – wie Harold Pinter oder William Shakespeare – waren darin ausgesprochen gut.  Andere hatten eher wechselhaften Erfolg, und dazu zählt auch der südafrikanische Veteran John Kani.  Vor vielen Jahren landete er mit seinem Anti-Apartheid-Stück „Sizwe Banzi Is Dead“ einen Durchbruchserfolg.  Nun kehrt er mit einem weiteren Werk auf die Bühne zurück, das über die Sorgen und Nöte seiner Heimat nachsinnt.  Es ist ein interessantes Stück, mit etlichen pointiert formulierten Zeilen, und mit einer stattlichen Rolle für ihn selbst sowie für einen weiteren Schauspieler – hier besetzt mit seinem Landsmann Antony Sher – und allein die Gelegenheit, diese beiden hervorragenden Darsteller bei guter Arbeit zu erleben, lohnt den Besuch.

John Kani und Antony Sher. Foto: Ellie Kurtz

Allerdings scheint die dramatische Struktur nicht zu Kanis größten Stärken zu zählen.  Die südafrikanische Regisseurin Janice Honeyman geht respektvoll mit dem Text um und richtet alles in einer sehr naturalistischen Spielweise ein; das realistische Bühnenbild ihres Landsmanns Birrie Le Roux tut es ihr gleich.  Doch das Skript weckt in der ersten Szene (oder dem ersten Akt?) dieses 96-minütigen Dramas – ohne Pause gespielt, wenn auch nicht ohne zwei szenische Umbauunterbrechungen – die Erwartung, dass Shers Figur, der berühmte südafrikanische Schauspieler Jack Morris, gerade die Rolle des König Lear erarbeitet und in ein paar Monaten Deadline hat, ihn zu spielen.  Die Komplikation: Er hat Krebs im Stadium 4, und Kani, der titelgebende Lunga Kunene, kommt als bei ihm einziehender „terminaler“ Pfleger, um ihn so lange wie möglich zu begleiten, bevor er für das letzte Stadium der Krankheit ins Krankenhaus gebracht werden muss.  Mindestens lässt die Zukunft für Morris’ anstehende Lear-Produktion nichts besonders Rosiges erwarten!  (In einer interessanten Wendung spielt Sher in der aktuellen Repertoire-Spielzeit der RSC, die dieses Stück ebenfalls zeigt, tatsächlich auch den Lear.)

John Kani und Antony Sher. Foto: Ellie Kurtz

Wer jedoch glaubt, dies werde als theatrale Rahmenidee konsequent durchgehalten, wird enttäuscht.  Viele andere Themen drängen in Kanis Text und schieben das Stück beiseite – in jeder Hinsicht.  Außerdem scheint Kunene – nun ja – berufliche Schwierigkeiten zu haben, zu seinem Patienten eine Beziehung aufzubauen, der – das muss man sehen und hören – sich häufig entsetzlich benimmt.  Als Metapher für die Unfähigkeit von Weißen und Schwarzen in Südafrika, miteinander auszukommen, ist das so offensichtlich, wie es nur sein kann.  Das bringt allerdings einige der härtesten Sätze hervor: „Die Weißen haben für Mandela gestimmt, weil sie glaubten, er würde sie vor der Wut der Schwarzen schützen“ – das ist wohl die stärkste Aussage im Text, und sie bleibt wunderbar im Gedächtnis.  Doch der Rest des Stücks steht im Schatten solcher Momente.

John Kani und Antony Sher. Foto: Ellie Kurtz

Wie bei „Drei Schwestern“ derzeit im Lyttleton taucht auch hier die mittlerweile de rigueur gewordene afrikanische Sängerin ein paar Mal auf: Anna Mudeka singt in einer lokalen Sprache – ich nehme an, es ist Xhosa, doch ohne Übersetzungen kann ich weder sagen, worum es in ihren Liedern geht, noch, was sie überhaupt dazu veranlasst, in Erscheinung zu treten.  Auch der Rest des Kreativteams stammt auf die eine oder andere Weise aus Südafrika: konventionelles Lichtdesign von Mannie Manim und Sound von Jonathan Ruddick, dazu Musik von Neo Muyanga.  Als Theaterabend spielt das Stück auf Nummer sicher: Alles ist ordentlich gemacht, aber bemerkenswert ist wenig – abgesehen von der Besetzung der Sprechrollen mit zwei überragenden Veteranen.

Bis 28. März im Ambassadors Theatre, London.

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