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REZENSION: James Rowland Lieder der Freundschaft, Summerhall, Edinburgh Fringe ✭✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
pauldavies
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Paul T Davies bespricht James Rowlands „Songs of Friendship“, derzeit im Summerhall beim Edinburgh Festival Fringe zu sehen.
James Rowland: Songs of Friendship. Summerhall, Edinburgh Festival Fringe.
11. August 2019
5 Sterne
In den letzten vier Jahren hat James Rowland nach und nach ein Werk aus Monologen über seine Freund*innen aufgebaut. Unter der Woche werden die Stücke einzeln im Wechsel gespielt, und sonntags präsentiert er alle drei. Ich habe mich für das Boxset entschieden – und das war, wie sich herausstellte, eine kluge Wahl. Im Kern handeln die Geschichten von den drei großen Ereignissen unseres Lebens – Geburt, Hochzeit und Tod –, aber keines davon ist James’ eigenes. Im ersten Monolog, „Team Viking“, erhält sein bester Freund Tom die Diagnose eines so seltenen Krebses, dass er ihn innerhalb weniger Monate tötet. Ich sollte hier sagen: James, Tom und Sarah sind die Freund*innen, die man sich wünscht – und man lernt sie wirklich kennen! Tom bittet James und Sarah um ein Wikingerbegräbnis, komplett mit brennendem Boot, und sie tun es! Im wunderschönen „A Hundred Words For Love“ erzählt James, wie er der Liebe seines Lebens begegnete, warum sie sich trennten und wie er schließlich bei Sarahs Hochzeit mit Emma in einem Kleid stand und Sarahs Gelübde vor der Liebe seines Lebens vortrug. In der dritten Geschichte, „Revelations“, bitten Sarah und Emma ihn, ihr Samenspender zu sein, und die Erzählung handelt davon, das Richtige zu tun – und von der magischen Eigenschaft von Schnee und Füchsen. Rowland ist ein hervorragender Geschichtenerzähler: Vor jeder Erzählung ruft er Wikinger-, römische und christliche Götter an und webt eingängige, nachdenkliche Songs durch den Abend. Er scherzt mit dem Publikum, ist ein ungemein sympathischer Typ – und hielt den Saal in Atem. „Team Viking“, das mich im gleichen Maß lachen und weinen ließ, legt die Messlatte hoch, und dieses Niveau hält er durch. In „A Hundred Words For Love“ erweist er sich als das Liebeskind von Richard Curtis (nicht buchstäblich – wenn er es wäre, würde er kaum während der Monsunzeit in Edinburgh auftreten), in einer Geschichte, die so unverhohlen romantisch ist; und in „Revelations“ lässt er uns spüren, als würden wir Sarahs Schwangerschaft miterleben. Er hat drei außergewöhnliche Erzählungen geschaffen, und sein Genie liegt darin, einen scheinbar harmlosen Vorfall zu pflanzen, der später eine großartige Pointe liefert – in „Revelations“ zieht er sich nackt aus, doch es ist die bewegendste und zugleich witzigste Enthüllung! Er erschafft eine Welt, die wir wiedererkennen, und bevölkert sie mit klar gezeichneten, sehr unterhaltsamen Figuren – besonders Giles, der bei der Hochzeit über sich hinauswächst. Der Romancier Armistead Maupin prägte einen Begriff für die Freundschaften, die wir uns schaffen: Sie sind unsere logische Familie – im Gegensatz zu unserer biologischen. Ob einzeln oder als Trilogie: James, Tom, Sarah und Emma sind eure logische Familie. Also: hingehen und anschauen!
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