NACHRICHTEN-TICKER
REZENSION: Verborgene, Mercury Theatre Colchester ✭✭✭
Veröffentlicht am
7. Mai 2017
Von
pauldavies
Verborgen
Mercury Theatre Colchester
28/4/17
3 Sterne
Dyspraxie wird oft als „verborgene“ Behinderung bezeichnet, eine Entwicklungsstörung des Gehirns, die Schwierigkeiten bei der Koordination und Bewegungen verursacht. Die Dramatikerin Nicola Werenoska stellte fest, dass, sobald sie diagnostiziert wurde, vieles in ihrem Leben plötzlich Sinn ergab – die Unfähigkeit, Knöpfe zu schließen, den Schlüssel richtig im Türschloss zu drehen, die Geräte im Waschsalon zu bedienen, konnte nicht mehr nur auf Ungeschicklichkeit oder Vergesslichkeit zurückgeführt werden. Aus ihrer Erfahrung heraus schrieb sie "Verborgen", und es bietet einen informationsreichen Abend über diesen Zustand.
Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Zusammenbruchs von 2008 erzählt das Stück die Geschichte von Chris, einem selbstbewussten, fast arroganten Anwalt aus der City, und Jess, einer Doktorandin – ein ungewöhnliches Paar, das sich zueinander hingezogen fühlt und oberflächlich betrachtet eine glückliche Beziehung führt. Doch es gibt etwas Ungesagtes, Verborgenes, und das ist Jess' Dyspraxie. Erst als sie bei ihrem Sohn diagnostiziert wird, entdeckt Jess, dass sie an einer Dyspraxie im Erwachsenenalter leidet.
Lewis Goody und Millie Proust sind hervorragend als das Paar, er fängt perfekt den Stolz und die Zuversicht von Chris ein, doch seine Kanten werden durch die Liebe zu Jess geglättet, und sie spielt überzeugend die Frustration ihrer Krankheit. Das Stück ist wunderschön geschrieben und die Schauspieler wechseln nahtlos zwischen Erzähler und Dialog, während sie uns durch die Beziehung bis zum zehnten Geburtstag ihres Sohnes führen. Knackig inszeniert von Scott Hurran, auf einem sehr effektiven Bühnenbild, sind dies scharfe 75 Minuten und ein Stück mit sanften Enthüllungen.
Doch diese Zärtlichkeit im Schreiben hält das Stück auch etwas zurück. Die dramatischen Einsätze werden nie zu hoch gesetzt – Chris verliert seinen Job, aber seine anschließende Arbeitslosigkeit ist mehr ein Ärgernis als eine Situation, die ihre Ehe wirklich gefährden kann. Wenn Jess den Verschluss am Buggy ihres Sohnes nicht schließen kann, wird ihre Angst und Frustration brillant dargestellt, aber letztendlich gibt es wenig Konsequenzen für die Aktionen. Stattdessen erleben wir einen schön gespielten und zärtlichen Abend, der viel dazu beiträgt, das Bewusstsein für den Zustand zu schärfen, und daran ist wenig falsch!
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