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REZENSION: Hallo Norma Jean, Park Theatre ✭✭

Veröffentlicht am

1. März 2016

Von

matthewlunn

Hallo Norma Jeane

Das Park Theatre

24. Februar 2016

2 Sterne

Marilyn Monroe bleibt eine der faszinierendsten und rätselhaftesten Figuren Hollywoods – von vielen verehrt, von wenigen verstanden. In vielerlei Hinsicht verkörpert sie den Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Identitäten, ein Thema, das im Mittelpunkt von Hallo Norma Jeane steht.

Die Protagonistin ist Lynnie (Vicki Michelle), eine ältere Frau mit schwächer werdendem Gedächtnis und einem gewaltigen Geheimnis. Aus ihrem Pflegeheim in Essex flüchtend, wird sie von ihrem Enkel Joe (Jamie Hutchins) in einem Motel in Los Angeles aufgespürt. Dort offenbart sie, dass sie Marilyn Monroe ist, die Jahrzehnte zuvor ihren Tod vorgetäuscht hat. Joe möchte dies unbedingt glauben, nicht zuletzt weil es seine Beziehung zu seinem missbräuchlichen Partner Scott retten könnte. Als ‘CIA-Agent’ Bobby (Peter McPherson) auf der Bildfläche erscheint und behauptet, nach Marilyn zu suchen, ist Joe überzeugt. Doch bald entdecken wir, dass Bobby ein von Lynnie angeheuerter Schauspieler ist, was Zweifel an der Wahrheit ihrer Geschichte aufkommen lässt.

Das Stück behandelt eine Reihe schwieriger Themen, darunter häusliche Gewalt, Demenz und die Oberflächlichkeit des Ruhms. Es ist zudem mit vielen Einzeilern gespickt, von denen einige äußerst witzig sind, wenn auch ein wenig sub Carry On. Doch obwohl Hallo Norma Jeane unbestrittenes Potenzial als turbulente Dramedy hat, wird es seinem vielversprechenden Konzept nicht gerecht. Obwohl es eine Reihe ausgezeichneter Momente enthält, wirkt es etwas unfokussiert; die Charakterentwicklung wird unter der Last von Witzen und Wendungen erdrückt, und folglich fühlt sich das Drama oft ein wenig erzwungen an.

Viel der Handlung ist darauf konzentriert, dass Joe und Lynnie nach „Beweisen“ für ihre Identität suchen. Wenn das Stück am besten ist, bildet dies den narrativen Anker für die Entwicklung einer exzentrischen, aber liebenswerten Geschichte von Großmutter und Enkel, die füreinander sorgen. Wir hören, wie Lynnie ihre Offenbarung als „Coming Out“ beschreibt, und die Vergleiche mit Joes offenem Umgang mit seiner Sexualität ihr gegenüber werden rührend erforscht. Im Gegenzug ist Joes Schuldgefühlen dafür, dass er Lynnie in ein Heim gebracht hat, ein impliziter Antrieb, sie bei ihrer Suche zu unterstützen, selbst wenn er Grund hat, an ihren Behauptungen zu zweifeln.

Trotzdem werden solche Momente durch eine Reihe ungeschickter Ideen konterkariert. Die häusliche Gewalt, die Joe angeblich durch Scott erfährt, wird selten thematisiert; obwohl Scotts mutmaßliche Affäre mit einem Ex ausgiebig untersucht wird. Joes aufkeimende Beziehung zu Bobby soll von diesen Misshandlungen beeinflusst sein; dennoch ist ihre emotionale Verbindung unterspielt, sodass ihre Liebeserklärungen etwas oberflächlich erscheinen.

Joes inneres Leben wird weiter durch regelmäßige Halluzinationen einer jungen Marilyn (Farrel Hegarty) verworren, die explizit begannen, als Scott anfing, ihn zu misshandeln. Das Potenzial der Idee wird durch die seltsame Trennung zwischen ihr und Lynnie untergraben. Joes Interaktionen mit der jungen Marilyn entwickeln sich nicht weiter, selbst wenn sich seine Beziehung zu seiner Großmutter vertieft – eine verpasste Gelegenheit, die Identitäten beider Figuren zu vergleichen und gegenüberzustellen. Auch wenn Vicki Michelle oft brillant als die vulgäre, unverblümte Lynnie ist, sehen wir ihre „Marilyn“ nur gelegentlich in bestimmten, markierten Momenten. Folglich bleiben die beiden Facetten ihrer Persönlichkeit dikotomisiert, was, angesichts der Tatsache, dass das Stück von der Wiederaneignung ihrer Identität angetrieben wird, dramatisch unbefriedigend ist.

Das Stück wird jedoch durch vier solide zentrale Darbietungen gestärkt. Vicki Michelle ist eine sehr fähige Komikerin und teilt sich eine hervorragende Chemie mit Jamie Hutchins. Auch wenn sie über ein paar Zeilen stolperte, ist es eine fesselnde Darbietung, die sich sicher noch verbessern wird, je länger das Stück läuft. Peter McPherson ist ein sympathischer Bobby, der trotz seines imposanten Äußeren überzeugend unsicher wirkt, während Farrel Hegarty’s vernünftige Nachahmung von Marilyn Monroe mit einem urkomischen Cameo-Auftritt als widerwärtiger Fernsehmoderator kombiniert wird. Hutchins verdient das höchste Lob, da er Joes dramatische und komische Funktionen mit einer ausgewogenen und ansprechenden Darstellung bereichert. Lobenswert ist auch Zoe Hammonds Bühnenbild; ein kleines und heruntergekommenes Motelzimmer-Interieur, das geschickt Hollywoods Glanz und Glamour gegenüberstellt.

Hallo Norma Jeane wird seinem faszinierenden Konzept nicht gerecht und leidet unter einem Mangel an Subtilität. Nichtsdestotrotz könnten die soliden zentralen Darstellungen und gelegentlich hervorragenden Momente einen Besuch wert machen, wenn Sie ein ernsthafter Marilyn-Enthusiast sind. Hallo Norma Jeane läuft bis zum 19. März 2016 im Park Theatre

Foto: Mia Hawk

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