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BEWERTUNG: Funny Girl, Théâtre Marigny, Paris ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

14. November 2019

Von

markludmon

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Mark Ludmon rezensiert Stephen Mears spektakuläre Inszenierung von Funny Girl mit Christina Bianco am Théâtre Marigny in Paris

Funny Girl

Théâtre Marigny, Paris

Fünf Sterne

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„Le spectacle continue“ sagt man in Frankreich, wenn man meint: The show must go on. Die neue Pariser Produktion von Funny Girl des britischen Regisseurs und Choreografen Stephen Mear ist ein echtes Spektakel und erinnert an die schillernden Revuen, vor deren Kulisse die Handlung spielt. Das 21-köpfige Ensemble präsentiert dieses Musical-Klassikerstück mit Stil und Verve – angeführt von einer brillanten, witzigen und zugleich herzzerreissenden Christina Bianco als Fanny Brice.

Auf Englisch gespielt und mit französischen Übertiteln versehen, bringt die Produktion Broadway-Magie in das elegant renovierte Théâtre Marigny aus dem 19. Jahrhundert nahe der Champs-Élysées im Zentrum von Paris. Mit einem Buch von Isobel Lennart erzählt das Musical die Geschichte der realen Entertainerin Fanny Brice, die dank ihres komödiantischen Talents und unerschütterlicher Hartnäckigkeit in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zum Broadway-Star wurde. Im Mittelpunkt steht der Beginn ihrer Karriere in den legendären, in New York beheimateten Ziegfeld Follies (inspiriert vom Pariser Cabaret-Musiktheater Folies Bergère), wo sie sofort einschlug – obwohl sie nicht dem damaligen, konventionellen Schönheitsideal entsprach. Mit ihrer punktgenauen Komik und stimmlichen Klasse besitzt Bianco genau jene Starqualität, die Fannys überwältigende Wirkung nachvollziehbar macht. Eben noch sorgt sie für Lachsalven, im nächsten Moment kippt sie den Ton und holt die ganze emotionale Wucht und Bedeutung der Hits „People“ und „Don’t Rain On My Parade“ hervor – ebenso wie weniger bekannte Nummern wie „The Music That Makes Me Dance“, ein umwerfender, intimer Gegenpol zum grossen Gesamtglanz der Inszenierung.

Die Show zeichnet auch die Höhen und Tiefen ihrer Beziehung zum gutaussehenden, aber waghalsigen Unternehmer Nicky Arnstein nach, den Ashley Day mit eleganter Souveränität spielt. Dazu kommen viele weitere einprägsame Auftritte im starken Ensemble, darunter Matthew Jeans als Fannys treuer Freund Eddie Ryan, Rachel Stanley als ihre unterstützende Mutter Rose, Shirley Jameson als Familienfreundin Mrs Strakosh und Jessica Buckby als Kollegin und Tänzerin Mimsey.

Neben Jule Stynes opulent orchestrierter Musik und Bob Merrills feinsinnigen Liedtexten serviert Mear durchgehend üppige Choreografien (unterstützt von Associate Choreographer Joanna Goodwin) und füllt die Bühne mit Energie – besonders in den vielen Nummern, in denen nahezu das gesamte Ensemble zu sehen ist. Mithilfe der Drehbühne des Théâtre Marigny hat Peter McKintosh beeindruckende Bühnenbilder entworfen, inspiriert von der Backstage-Maschinerie des Broadway, sowie eine Abfolge stilvoller, farbenprächtiger Kostüme. Ganz wie Florenz Ziegfeld und seine Revuen hat Mear eine Show geschaffen, die den Glanz und die Grandezza der Broadway-Musicals vergangener Zeiten feiert – mit einer phänomenalen Fanny Brice als ihrem pochenden, gebrochenen Herzen.

Verlängert bis 7. März 2020

Funny Girl in Übersetzung

Die Pariser Produktion von Funny Girl ist komplett auf Englisch, doch mit französischen Übertiteln über und zu beiden Seiten der Bühne – hier ein paar nützliche Wendungen, die Sie lernen können.

Funny girl – Fille marrante

Hello, gorgeous – Salut, beauté

People who need people – Tous ceux qui ont besoin des autres

Don’t rain on my parade – Ne veux pas gâcher ma parade

Hey, Mr Arnstein, here I am! – Hé, Monsieur Arnstein, me voilà!

Wow!/Wham! – Vlan!

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