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REZENSION: Von Ewigkeit zu Ewigkeit, Charing Cross Theatre ✭✭✭
Veröffentlicht am
10. November 2022
Von
markludmon
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Mark Ludmon bespricht die neue Londoner Wiederaufnahme von Tim Rice und Stuart Braysons Musical From Here to Eternity im Charing Cross Theatre
Jonathan Bentley (Prewitt) und Desmonda Cathabel (Lorene) Foto: Alex Brenner From Here to Eternity: The Musical Charing Cross Theatre, London Drei Sterne Tickets buchenEs ist neun Jahre her, dass Stuart Brayson und Tim Rice‘ testosterongeladenes Musical nach dem einstigen Bestseller From Here to Eternity erstmals auf einer Londoner Bühne zu sehen war. Nun in einem kleineren Haus als dem ursprünglichen Shaftesbury Theatre, gewinnt Brett Smocks neue Wiederaufnahme die dringend benötigte Intimität für seine Geschichte über die chaotischen Leben von Berufssoldaten in einer Kaserne auf Hawaii in den Wochen vor dem Angriff auf Pearl Harbor 1941. Doch trotz einer hervorragenden Besetzung und einer Überarbeitung des Buches fehlt der Produktion weiterhin der klare Fokus, um eine wirklich fesselnde Verbindung zu den unterschiedlichen Figuren aufzubauen, während das viel größere, verheerende Ereignis immer näher rückt. Die Besetzung von From Here To Eternity. Foto: Alex Brenner In diesem intensiven Musical-Drama nach James Jones’ Roman von 1951, der später als Klassiker mit Burt Lancaster und Deborah Kerr verfilmt wurde, passiert unglaublich viel. Innerhalb einer Army-Kompanie haben wir einen Sergeant, Milt Warden, der eine heimliche Affäre mit der unzufriedenen Frau seines Captains hat, während ein junger Soldat, Robert Prewitt, mit Schuldgefühlen ringt, weil er jemanden bei einem Boxkampf verletzt hat, und zugleich versucht, eine Beziehung zu einer Sexarbeiterin aufzubauen. Ein weiterer Soldat, Angelo Maggio, leidet unter Schikanen – teils wegen seiner italienischen Herkunft –, während ein anderer Soldat mit seiner Homosexualität kämpft: ein Nebenstrang, der von der Haupthandlung beinahe überrollt wird. Das Buch von Bill Oakes und Donald Rice verknüpft diese Fäden zwar klar, bleibt aber insgesamt fragmentarisch. Auch die Frauenfiguren wirken trotz starker Leistungen von Carley Stenson als Captain-Gattin Karen und Desmonda Cathabel als Prewitts Geliebte Lorene eher eindimensional. Carley Stenson als Karen. Foto: Alex Brenner Musikalisch bietet die Show dank Braysons Musik und Rice’ Liedtexten eine angenehme, mitreißende Partitur, mit einigen gelungenen Arrangements und Orchestrierungen von Musical Director Nick Barstow. Auch wenn manche Songs mehr erklärend als wirklich einprägsam sind, gibt es genügend Showstopper – etwa Prewitts „Fight the Fight“, das wütende „I Love the Army“ und das eröffnende „G Company Blues“, in dem das junge männliche Ensemble beeindruckend beweist, dass es perfekt singen kann, während es Sit-ups und Liegestütze macht. Eve Polycarpou holt als Bordellbetreiberin Mrs Kipfer aus ihrer abgeklärten Ballade „I Know What You Came For“ das Maximum heraus und schließt sich später Stenson und Cathabel für die kraftvollste und berührendste Nummer des Abends an: „The Boys of ‘41“. The Boys of 41. Foto: Alex Brenner Der Erfolg dieser Nummern verdankt sich nicht zuletzt den Fähigkeiten der Besetzung und Brett Smocks straffer Regie. Jonathon Bentley überzeugt als gequälter Prewitt, neben Adam Rhys-Charles als Warden und Jonny Amies als rebellischem Maggio. Alan Turkington erweist sich als Offiziersmaterial in der Rolle des fein geschniegelt-bärtigen Captains Dana Holmes. Mit energiegeladener, klug einstudierter Choreografie von Cressida Carré füllt die Produktion die kleine, vielfach abgewinkelte Bühne mit Bewegung und Drive, eingerahmt von Stewart J Charlesworths minimalistischem Bühnenbild mit zwei symbolischen Palmen und Stahlträgern, die die Darsteller erklimmen können. Diese Wiederaufnahme mag das Stück nicht auf ein völlig neues Level heben – sehenswert ist sie dennoch, vor allem wegen der glänzenden Leistungen der talentierten jungen Besetzung.From Here to Eternity läuft im Charing Cross Theatre in London bis zum 17. Dezember 2022. TICKETS FÜR FROM HERE TO ETERNITY BUCHEN
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