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REZENSION: Five Finger Exercise, The Print Room At The Coronet ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

23. Januar 2016

Von

jessicawretlind

Lucy Cohu, Jason Merrells und Tom Morley. Foto: Marc Brennan Five Finger Exercise

The Print Room Coronet

21. Januar 2015

4 Sterne

Regisseur Jamie Glover bringt uns diese exzellente Wiederbelebung von Peter Shaffers erstem Bühnenerfolg, der sich um eine Kernfamilie und ihren deutschen Tutor in der englischen Landschaft der 1950er Jahre dreht. Treffend inszeniert auf einem zweistufigen Gerüsthaus, reduziert seine Wiederbelebung die aristokratische Anspruchshaltung bis aufs primitive Skelett, und das Publikum hungert wie Hunde danach, mit all dem saftigen Fleisch beworfen zu werden.

Das Landhaus der Harringtons bietet eine Flucht vor dem vom Krieg gezeichneten London, damit die Kinder lernen, eine ‚gesunde Erziehung in der Außenwelt‘ zu schätzen. Ihre situative Entfernung vom Konflikt schärft jedoch den Fokus auf die Kämpfe innerhalb ihrer eigenen vier Wände. Lorne MacFadyen spielt Walter, den neuen deutschen Tutor, der jedem Familienmitglied jeweils als Vertrauter dient. Freundlich und sanftmütig, kontert Walter die Selbstsucht der Harringtons und hält ihnen einen Spiegel vor, um ihre Wünsche und Frustrationen zu zeigen. Perfekt besetzt in dieser anspruchsvollen Rolle, demonstriert MacFadyen eine standhafte Unveränderlichkeit, die ein eigenes dunkles Geheimnis birgt. Im Versuch, seiner Vergangenheit zu entkommen und von den Harringtons akzeptiert zu werden, ist es letztlich Walter, der in die Risse fällt, die in diesem zerbrochenen Zuhause entstehen.

Lucy Cohu und Tom Morley. Foto: Marc Brennan

Wir befreunden uns mit jedem Charakter in dieser großartig besetzten Produktion. Jason Merrells gebietet Respekt als Stanley Harrington, dessen Platz an der Spitze der Familie durch Walters Ankunft bedroht wird. Sein väterlicher Rat an den in Cambridge ausgebildeten Clive geht ständig schief und macht uns die älteren Generationen sympathisch, deren einfache Werte hinter kulturellen Trends zurückfallen. Lucy Cohu spielt die dominierende Louise Harrington, die ihre eheliche Unzufriedenheit dadurch verbirgt, dass sie ihre Kinder mit Liebe erstickt. Cohu bringt farbenfrohe Ausdruckskraft in diese einsame Hausfrau, deren Fassade trockenen Humors langsam bröckelt, um ihre innere Verzweiflung zu offenbaren.

Terenia Edwards spielt eine aufgeregte junge Pamela, die ihre jugendlichen Impulse ausleben darf und kurz davor ist, zu verwöhnt zu werden. Edwards hält die Rolle jedoch leicht und haucht der Produktion eine erfrischende Unschuld ein. Tom Morley bietet eine herausragende Leistung als Clive, der sensible Sohn, der von neuen schulischen Denkweisen verzaubert ist. Sich missverstanden fühlend, wendet er sich der Flasche zu und sucht Gemeinschaft mit Walter, was sein Herz der Verwirrung und dem Verrat öffnet. Morleys Leistung während des Höhepunkts dieses Stücks ist atemberaubend.

Terenia Edwards und Lorne MacFadyen. Foto: Marc Brennan

Walter verleiht Shaffers einfacher Botschaft Stimme: ‚Du musst deinen Eltern vergeben, durchschnittlich und falsch zu sein, wenn du sie einst verehrt hast.' Solange es Familien gibt, wird dieses ergreifende Skript bei ihnen Anklang finden. Die Musik spielt etwas entschuldigend von außerhalb der Bühne, aber trotz dessen ist es eine nahezu perfekte Wiederherstellung, die ihrem atemberaubenden Ort im The Print Room Coronet gerecht wird.

Five Finger Exercise läuft im The Print Room bis zum 13. Februar 2016

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