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KRITIK: Ex Cathedra - In 40 Teilen, Town Hall Birmingham ✭✭✭✭✭
Veröffentlicht am
Von
jenniferchristie
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Jennifer Christie rezensiert In 40 Parts – ein Konzert von Ex Cathedra in der Town Hall Birmingham.
Ex Cathedra: In 40 Parts
Town Hall, Birmingham
21. Oktober 2018
5 Sterne
Ex Cathedra ist ein führender britischer Chor und ein Ensemble für Alte Musik mit einem Repertoire, das vom 12. bis ins 21. Jahrhundert reicht. 1969 vom Dirigenten Jeffrey Skidmore gegründet, präsentiert es eine Konzertreihe in Birmingham und in ganz Grossbritannien und betreibt zugleich ein umfassendes Bildungsprogramm. In 40 Parts ist das aktuelle Programm, das dem unverwechselbaren Konzept des Chors folgt: sorgfältig recherchierte Alte Musik wird in lebendigem Kontrapunkt mit ungewohnten neuen Werken kombiniert. In diesem Konzert spannen vier Komponisten einen Bogen über 500 Jahre – und ihre Musik ist vom Anfang bis zum Ende erhaben. Wie der Titel andeutet, singt der Chor in erstaunlichen 40 Stimmen.
Meistens ist der Chor in acht Chöre mit je fünf Stimmen (SATBB) aufgeteilt. Die Sängerinnen und Sänger sind in ihren Gruppen über die Bühne verteilt, und der Klang wird wie eine Welle von einem Chor zum nächsten weitergereicht. Das dürfte eine der frühesten Formen stereophonen Klangs gewesen sein. In diesem Auf und Ab der Textur liegt viel Schönheit – und in der Stimmendecke, die das Publikum umhüllt, wenn am Ende alle gemeinsam singen und mit unmittelbarer, körperlich spürbarer Wucht trifft.
Thomas Tallis (1505–85) ist einer der Komponisten der Alten Musik, die in diesem Konzert vertreten sind. Spem in alium ist ein legendäres Werk, das selten aufgeführt wird, aber umso erwartungsvoller herbeigesehnt wird. Es erklingt im Programm zweimal – beim zweiten Mal mit dem Text Sing and Glorify heaven’s high majesty, wie er 1610 bei der Investitur von Prinz Henry, dem erstgeborenen Sohn von König James I., gesungen wurde; die triumphale, festliche Stimmung bildet einen passenden Abschluss des Konzerts. Am spannendsten jedoch ist das neue Werk des zeitgenössischen britischen Komponisten Alec Roth. Ex Cathedra verbindet seit über zehn Jahren eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Roth; 2010 beauftragte ihn der Chor zum 40-jährigen Bestehen mit der Komposition Earthrise. Roth liess sich von dem berühmten Foto inspirieren, das 1968 aufgenommen wurde und die Erde zeigt, wie sie über der Mondoberfläche aufgeht – und Ex Cathedra hat das Programm zum 50. Jubiläum wieder aufgelegt. Roth schreibt: „Die Musik von Earthrise ist eine Meditation über diese Ikone und gliedert sich in drei Abschnitte:
Teil I – der ständige Drang des Menschen nach Entdeckung und Ausbeutung
Teil II – eine Betrachtung der Erde, gesehen aus dem All
Teil III – ein Flehen um wahre Weisheit und Erkenntnis“
Ex Cathedra erzeugen einen Klang von grosser Kraft – in Qualität und Ausgewogenheit des Gesangs –, der die Absichten des Komponisten trägt und das Publikum mit einbezieht. Eine weitere Gelegenheit, In 40 Parts zu hören, gibt es, wenn der Chor das Programm am 18. November in die Royal Concert Hall in Nottingham bringt, bevor er zu einem umfangreichen Weihnachtsprogramm aufbricht, das auch ein Konzert in London umfasst.
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