NACHRICHTEN-TICKER
REZENSION: Dorian, The Wardrobe Theatre Bristol ✭✭✭
Veröffentlicht am
14. Juni 2023
Von
pauldavies
Paul T. Davies rezensiert Phoebe Éclair-Powell und Owen Horsleys Stück Dorian, aufgeführt im Wardrobe Theatre in Bristol.
Dorian
Das Wardrobe Theatre, Bristol
3. Juni 2023
3 Sterne
Präsentiert als Teil eines Festivals von Arbeiten der Bristol Old Vic MA Regieabsolventen, zieht Phoebe Éclair-Powell und Owen Horsleys Stück recht offensichtliche Parallelen zwischen dem Fall und Prozess von Oscar Wilde und dem Titelcharakter in seinem berühmten Werk Das Bildnis des Dorian Gray. Wenn man, wie die meisten Theaterleute, das Schicksal sowohl von Wilde als auch Dorian kennt, fehlt dem Stück der dramatische Antrieb und es taumelt ein wenig seinem Schluss entgegen. Es ist ein nihilistisches Stück mit einer Exposition durch drei Charaktere, und Regisseurin Phoebe Kemp nimmt sich vielleicht nicht genug Zeit, die emotionale Tiefe des Stücks vollständig auszuschöpfen. Der Vorteil daraus ist, dass die Show rasant ist, mit drei starken Darbietungen, die das Publikum fesseln.
Tommy Belshaw ist ausgezeichnet als Dorian, mit wachsender Arroganz und Unzerstörbarkeit, die den Zuschauerraum erfüllt. Dorian nutzt seine Kräfte nicht zum Guten und ist eine unsympathische, eindimensionale Figur, aber Belshaw meistert die Herausforderungen der Rolle gut. Gaia Ashwood ist in ihren Mehrfachrollen hervorragend, besonders als Sybil Vane. Auch Che Tligui überzeugt, besonders als ein emphatischer Robbie Ross, dessen Loyalität Wilde fast bis zum Schluss auf die Probe stellt. Die Schauspieler halten Masken hoch, wenn sie beide Handlungsstränge erzählen, und ich fand dies ein wenig überflüssig, da sie stark genug sind, um deutliche Unterschiede zwischen den Rollen zu ziehen.
Abigail Manards Bühnenbild ist in Synergie mit der Regie, funktional, schnell, auf Rädern und kreiert starke Choreografie in den Szenenwechseln, obwohl das Porträt selbst keine Darstellung hatte, bestehend aus einem Rahmen mit Glühbirnen, ein schöner Verweis auf das Theater, und der Gesellschaft vorgehalten, aber wir bekamen kein Gefühl für Verfall oder Inhalt. Dennoch ist die Lebendigkeit der Regie und das Engagement der Besetzung unterhaltsam, und da Homophobie und die von den Charakteren konfrontierten Einstellungen leider immer noch relevant sind, ist es ein Stück, das gesehen und vom Publikum voll erfasst werden sollte.
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