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REZENSION: Boys From The Blackstuff, National Theatre ✭✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

pauldavies

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Paul T Davies bespricht James Grahams Boys From the Blackstuff, jetzt am National Theatre.

Barry Sloane als Yosser. Foto: Alastair Muir Boys from the Blackstuff.

National Theatre

29. Mai 2024

5 Sterne

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Es ist immer ein besonderer Reiz, wenn Regionaltheater nach London kommt, die Tür aufstößt und den Ton angibt – und das National Theatre wird zunehmend zum Knotenpunkt dafür. Nach hervorragenden Koproduktionen mit dem Sherman Theatre in Cardiff sowie den großartigen Sheffield Theatres mit Standing At the Sky’s Edge folgt nun Alan Bleasdales Klassiker: ursprünglich am Royal Court Theatre in Liverpool unter Kevin Fearon uraufgeführt, ist er jetzt für kurze Zeit am National zu sehen, bevor er für eine West-End-Spielzeit ins Garrick Theatre wechselt. In Zusammenarbeit mit Bleasdale hat James Graham die Serie von 1982 zu einem straff gebauten Theaterstück von etwas über zwei Stunden verdichtet. Das kostet zwar etwas Figurenentwicklung, doch die emotionale Wucht trifft noch immer mit voller Härte. Eine Gruppe Männer – alles ehemalige Arbeiter rund um das „Blackstuff“ (Teer/Asphalt) – steht plötzlich „auf Stütze“ und muss schwarzarbeiten, um über die Runden zu kommen, gejagt von den „sniffers“ des Arbeitsministeriums, die dem Sozialleistungsbetrug nachspüren. Damals lag die Arbeitslosigkeit bei über drei Millionen, während Thatchers Politik ganze Industriezweige abwickelte.

Das Ensemble. Foto: Alastair Muir

Für alle, die die Serie noch kennen, lässt sie sich in zwei Worten zusammenfassen: „Gizza job“ – das verzweifelte Knurren von Yosser Hughes, der versucht, alles zusammenzuhalten, während ihm nach und nach alles genommen wird. Zusätzliche Wehmut erhält das durch den jüngsten Tod von Bernard Hill, der der Figur einst unvergesslich Leben einhauchte. Barry Sloane trifft Yosser punktgenau – und macht die Rolle zugleich ganz zu seiner eigenen. Gewaltbereit, bedrohlich, verzweifelt und doch irgendwie liebenswert: Er beherrscht die Bühne und versetzt alle um ihn herum in ständige Anspannung. Erschreckend, wie aktuell sein Ruf noch immer klingt – 42 Jahre nach der Ausstrahlung. Chrissie, großartig gespielt von Nathan McMullen, ist unser Jedermann in dieser industriellen Ödnis, präzise eingefangen durch Amy Jane Cooks Bühne sowie Kostüme. Wunderschön ist auch Philip Whitchurch als George, der ältere Mann aus der Nachbarschaft, der aus seinem Wohnzimmer heraus eine inoffizielle Beratungsstelle betreibt und mit gebrochenem Herzen an die Zeiten denkt, als die Docks noch florierten. Es ist ein stark männerdominiertes Ensemble, doch Lauren O’Neil als Chrissies hungrige, leidende Ehefrau Angie bringt Verzweiflung und Liebe gleichermaßen auf den Punkt. Der Humor ist rabenschwarz und trifft dennoch genau ins Mark – und ich habe mich sehr gefreut zu hören, dass der beichtende „Dan“-Witz immer noch hervorragend funktioniert!

Barry Sloane und Dominic Carter. Foto: Alastair Muir

Das Stück wird Bleasdales Klassiker einer neuen Generation nahebringen – gemeinsam mit den Wiederholungen auf BBC Four. Im ersten Akt gibt es vielleicht recht viel Exposition, und Graham steuert auf mehrere mögliche Schlüsse zu, bevor sich das Ende schließlich genau richtig setzt. Doch Kate Wasserbergs kluge Regie hält das Tempo lebendig, und das gemeinsame Singen erinnert an den Liverpooler Filmemacher Terence Davies – besonders an Distant Voices, Still Lives – und macht Liverpool selbst zu einer zusätzlichen Figur. Inmitten eines Wahlkampfs müssen diese Stimmen aus der Arbeiterklasse gehört werden.

Bis 8. Juni 2024

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