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KRITIK: Schwarz Chiffon, Frinton Summer Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

7. August 2019

Von

pauldavies

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Paul T Davies bespricht Black Chiffon, ein Stück von Leslie Storm, das derzeit im Frinton Summer Theatre zu sehen ist

Black Chiffon Frinton Summer Theatre

6. August 2019

4 Sterne

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Lesley Storms Stück, das 1949 erstmals auf die Bühne kam, ist eine passende Wahl für die älteste noch bestehende wöchentliche Repertoire-Theatercompany Grossbritanniens. Heute nur selten gespielt, war es bereits früher in Frinton zu sehen; und auch wenn es in mancher Hinsicht aus der Zeit gefallen wirkt, bietet es eine faszinierende Studie darüber, wie psychische Belastungen in der Mittelschicht im Nachkriegsbritannien behandelt – und verleugnet – wurden. Am Vorabend der gesellschaftlichen Hochzeit ihres Sohnes setzt Alicia Christie einen Hilferuf ab, indem sie in einem respektablen Kaufhaus ein schwarzes Chiffon-Nachthemd stiehlt. Nicht nur steht die Heirat ihres Sohnes bevor, auch ihre Tochter erwartet ihr erstes Kind – Alicias erstes Enkelkind. Unter dem Druck einer fordernden Familie entwickelt sich das Stück zum Psychodrama und trägt alle Kennzeichen seiner Epoche. Aus Angst, dass ihre Verteidigung „unnatürliche“ Elemente in ihrer Liebe zu ihrem Sohn offenlegen könnte, opfert Alicia ihre Freiheit, um den Ruf ihrer Familie zu retten.

Die damaligen Haltungen gegenüber ihrem psychischen Zustand sind aus heutiger Sicht problematisch – nicht zuletzt angesichts dessen, was wir inzwischen über Kleptomanie und psychische Gesundheit wissen. Zusätzlich verkompliziert wird die Lage durch ihren kleinlichen, kalten Ehemann Robert, der eifersüchtig auf ihre enge Bindung zu ihrem Sohn Roy ist. Dennoch ist die Inszenierung dank einer fesselnden, starken zentralen Darstellung von Abigail Cruttenden als Alicia ausgesprochen sehenswert: Sie zeigt die begrenzten Möglichkeiten einer Frau dieser Klasse und dieses Status so überzeugend, dass ihre Selbstaufopferung vollkommen glaubhaft wird. Unterstützt wird sie von Ian Kelly, der Robert mit perfekt grober Ungehobeltheit spielt – seine knappen, „typisch englischen“ Töne stutzen jede Chance auf emotionales Verständnis. Ebenso stark ist Nicholas Murchie als Hawkins, der Arzt, der ihre Verteidigung auf „nicht schuldig“ aufbauen will, indem er ihre Qual darüber betont, den Sohn durch seine Ehe zu verlieren. Auch wenn einige der übrigen Figuren weniger präzise gezeichnet sind, funktioniert das Ensemble als Ganzes sehr gut und transportiert den Text überzeugend.

Am besten betrachtet man das Stück durch das Prisma der britischen Klassengeschichte; verstärkt wird das durch das hervorragende Bühnenbild von Beth Colley, das uns direkt zurück in ein Salon-Zimmer des Jahres 1949 versetzt. Regisseur Clive Brill versteht es zudem hervorragend, aus seinem Ensemble feine Leistungen herauszuarbeiten – mit sicherem Gespür für die Epoche. Im September wechselt die Produktion ins Park Theatre in London.

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