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KRITIK: Bad Girls, Union Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

13. März 2016

Von

douglasmayo

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Bad Girls

Union Theatre

12. März 2016

4 Sterne

Jetzt buchen Basierend auf der ITV-Gefängnisdramaserie erwies sich Bad Girls – das Musical – gestern Abend im Union Theatre als echte Überraschung.

Da ich das Musical nicht kannte, ging ich mit der Erwartung eines herrlich campen Theaterabends hinein – bekommen habe ich jedoch eine Show voller einprägsamer Figuren, mit großartiger Musik und viel Herz.

Bad Girls ist im Kern ein klassisches „Gefangene gegen das System“-Drama, wobei die Insassinnen größtenteils als sympathische Schlitzohrinnen gezeichnet sind. Ich werde in dieser Kritik keine großen Spoiler verraten, aber Bad Girls wird stellenweise ziemlich düster. Umso mehr ist es ein Verdienst des formidablem Autor*innenteams, dass es versteht, das Drama auszubalancieren und mit komischen Momenten zu durchbrechen – so entsteht durchgehend eine fesselnde Erzählung.

Die Eröffnungsnummer I Shouldn’t Be Here hat ordentlich Wucht und stellt die wichtigsten Insassinnen vor. Fans der TV-Serie konnten sofort wieder in vertraute Figuren eintauchen – und im Publikum war rasch klar zu erkennen, wer am Abend die Lieblinge waren.

Regisseur Will Keith hat für diese Produktion ein dynamisches Ensemble zusammengestellt, das im Union in Traverse-Bestuhlung (über die Längsseite gespielt) agiert. Einige Umbauten dauern aufgrund der räumlichen Gegebenheiten etwas länger, doch insgesamt ist das Tempo erfreulich stimmig. Jess Phillips’ niedrig hängende Drahtgitterdecke, die sonst oft störenden tragenden Säulen im Haus und das düstere Schwarz-Grau-Farbschema verwandeln das Union überzeugend in das Innere von G Wing.

Sinead Long spielt Shell Dockley: jung, frech und selbsternanntes Alphatier von G Wing. Shell setzt ihre Dominanz schnell durch. Long liefert eine starke Dockley, die die heikle Balance meistert: Sie zeigt die Macht ihrer Figur, bleibt dabei aber stets Teil und Motor des größeren Ensembles. Ihre Nummer Zwei, Denny Blood, wird von Imelda Warren-Green gespielt. Mit einer unglücklichen Kindheit und dem Wunsch, geliebt zu werden, schlägt sie sich so gut es geht durchs System. Warren-Green bringt die Menschlichkeit dieser Figur wunderbar heraus. Es wäre leicht, Denny als hilflosen Mitläufer zu spielen – doch diese Darstellung hat echte Tiefe.

Christine Holman spielt Yvonne Atkins; als Ehefrau eines gefürchteten Gangsters draußen ist sie schnell bereit, Dockleys Stellung in G Wing herauszufordern. Holman gibt der Figur eine überlebensgroße Präsenz, etabliert aber ebenso rasch ihre weiche Seite. Holmans Bühnen-Cockiness passt perfekt – eine großartige Leistung.

Jayne Ashley und Catherine Diges spielen Julie und Julie. Als starkes Doppel liefern sie berührende Performances. Ashleys Interpretation von Sorry war schlicht makellos. Dieser wundervolle Moment der Erkenntnis mit ihrem Sohn am anderen Ende der Telefonleitung ist so emotional aufgeladen, wie man es sich nur wünschen kann.

Celli O’Connor spielt Nikki Wade, eine Polizistenmörderin, die mit dem System in Konflikt gerät. Ihren ersten Lichtblick erlebt sie dank Gouverneurin Helen Stewart, gespielt von Tori Hargreaves. Zwischen diesen beiden Leistungen entsteht ein spannender Kontrast, der in dem wunderschön geschriebenen Every Night gipfelt.

Als die beiden wichtigsten Aufseher Jim Fenner und Sylvia „Bodybag“ Hollomby sind Gareth Davies und Maggie Robson perfekt besetzt. Davies bewohnt den bösen Fenner mit bemerkenswerter Leichtigkeit, während Robson aus Bodybag den idealen Handlanger und Schönwetter-Mitkomplizen macht.

Perry Meadowcrofts nervöse Flucht vor den reiferen Damen auf dem Trakt in All Banged Up ist ein komisches Vergnügen und eine willkommene Verschnaufpause vom ernsteren Haupthandlungsstrang.

Das Ensemble der Bad Girls ist einfach grandios, und The Future is Bright im zweiten Akt – geschniegelt als einige der anzüglichsten Justizbeamt*innen weit und breit – ist ein echtes Highlight.

Maureen Chadwick und Ann McManus, die die ITV-Serie geschaffen haben, sind zu ihren Figuren zurückgekehrt und haben das Buch für die Musicalfassung von Bad Girls geschrieben; Kath Gotts zeichnet für Musik und Songtexte verantwortlich. Das Buch ist solide – und gerade das ist bei neuen Musicals oft die größte Herausforderung.

Dieses Fundament ermöglicht es Kath Gotts, eine Partitur zu liefern, die voller wunderbarer Momente steckt und dieser Besetzung glänzende Gelegenheiten gibt – darunter Jailcraft, All Banged Up, Life Of Grime und This Is My Life. Die kreative Balance aus Humor, Drama und Zweideutigkeit sitzt hier punktgenau.

Gönnen Sie sich noch vor dem 2. April einen Theaterabend und schauen Sie im Union vorbei, um dieses wunderbare britische Musical zu erleben. Bad Girls läuft bis zum 2. April im Union Theatre. Jetzt buchen

Fotos: Darren Bell

 

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