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KRITIK: Austentatious, Savoy Theatre ✭✭✭✭

Veröffentlicht am

Von

sophieadnitt

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Sophie Adnitt rezensiert Austentatious, den improvisierten Jane-Austen-Roman, bei der ersten Vorstellung der Londoner Reihe im Savoy Theatre.

Die Besetzung von Austentatious!. Foto: Robert Viglasky Austentatious

Savoy Theatre

Vier Sterne

Jetzt buchen Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein improvisiertes Stück, das eine Pressenacht besitzt, einer Rezension bedarf. Dementsprechend war das Interesse groß, als das Savoy Theatre an diesem Sonntagabend Austentatious überlassen wurde – einer Truppe umherziehender Schauspieler, die zur Unterhaltung der versammelten Gesellschaft ein Stück darbietet und behauptet, es handele sich um das verschollene Werk der geschätzten Autorin Miss Austen. Das Stück wurde gut aufgenommen und die Darsteller waren höchst angenehm; es gab viel Gelächter und wenig bis gar kein ungebührliches Benehmen im Publikum. Umso bedauerlicher war es, dass ausgerechnet die ruchlose Person Miss Adnitt eingeladen wurde, den Vorgängen beizuwohnen. Miss Adnitt hatte große Freude an dem Stück und verbrachte einen Großteil des Abends mit lautem und recht derbem Lachen – höchst unziemlich... Mitten in einer Herbsttournee durchs Land machte das Jane-Austen-inspirierte Impro-Format Austentatious für die erste von wenigen Vorstellungen im Savoy Station im West End. Da Dreamgirls sonntags regulär pausiert, übernahm Austentatious den Spielort – samt ihres genialen, ausklappbaren Bühnenbilds, das im Handumdrehen zur herrschaftlichen Kulisse wird, und ihrer Regency-inspirierten Kostüme. Begleitet werden sie von einem Musiker-Duo: dem blitzschnellen Oliver Izod und Dylan Townley, die auf alles reagieren – von Tequila über Go to Sleep bis hin zu romantischen Untermalungen – sowie von Damian Robertson, der die undankbare Aufgabe hat, das Licht für eine ganze Show live zu improvisieren, während sie passiert. Was folgt, sind neunzig Minuten pures Vergnügen.

Das Publikum wird mit Musik und Gesang im Regency-Stil begrüßt, und für einen leicht beunruhigenden Moment wirkt es, als könnte allzu viel Ehrfurcht vor Austen die allgemeine Stimmung des Abends dämpfen – schließlich behandeln die besten Comedy-Shows ihr Ausgangsmaterial oft mit einer fröhlichen Portion Respektlosigkeit: weniger ein Draufhauen als vielmehr ein die Treppe hinunterkicken und anzünden.

Ich hätte mir keine Sorgen machen müssen.

Die Besetzung von Austentatious – The Improvised Jane Austen Novel. Foto: Robert Viglasky Uns wird ein Austen-„Experte“ vorgestellt, der enthüllt, dass unsere Jane entgegen der landläufigen Meinung ungefähr 900 verschollene Romane geschrieben habe – und heute Abend werden wir einen davon entdecken. Angestachelt durch zugerufene Vorschläge aus dem Publikum entsteht diesmal Call Me By Mr Darcy’s Name, in dem Darcy als Buchhalter (mit doppelter Buchführung) daherkommt, dessen Ankunft im Sommer in Jones Manor alle in Aufruhr versetzt – allen voran Edward, der überdramatische Sohn der Familie Jones. Tatsächlich ist die einzige Person, die von Darcy weniger als begeistert ist, sein hochmütiger Diener Leroy, ein Gewerkschaftsmann. Anachronismen gibt es in Hülle und Fülle: Curly-Wurlys, Tequila-Shots und „Sass“ werden in geschniegelt-gedrechselten, period-drama-tauglichen Tönen erwähnt – und gerade dadurch werden sie umso überraschender. Natürlich ist das das Schöne an improvisiertem Theater: Jede Vorstellung erzählt eine völlig andere Geschichte, auf die man sich wirklich nicht vorbereiten kann – aber Austentatious sind klug und reaktionsschnell genug, um aus dem Stegreif jubelnd zitierfähige Szenen zu bauen. Einige der besten Momente entstehen allerdings dann, wenn die vierte Wand komplett eingerissen wird: etwa wenn die Spielenden einander auf bizarre Erzählpfade führen und die sichtbar verdutzten Szenenpartner gar keine andere Wahl haben, als zu folgen; oder wenn eine Figur mitten in einem Monolog erklärt, sie könne sagen, was sie wolle, denn niemand höre zu – weil sie gerade von zwei anderen Figuren überstrahlt wird, die im Hintergrund stumm voguen. Im Kontext ergibt das auch nicht unbedingt Sinn, aber das Publikum ist außer sich vor Lachen.

Nicht jeder Gag zündet; manches geht im Gelächter unter, und das herrlich schlampige Hochzeitsfinale zieht sich einen Tick zu lange, wenn niemand so recht weiß, wie man zu einem Ende kommt. Doch das sind Kleinigkeiten in einem köstlich albernen Abend, den selbst Jane wohl abgesegnet hätte.

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