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KRITIK: Aladdin, Mercury Theatre Colchester ✭✭✭✭✭
Veröffentlicht am
5. Dezember 2021
Von
pauldavies
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Paul T Davies bespricht Aladdin, die Pantomime im Mercury Theatre, Colchester.
Antony Stuart Hicks, Dale Superville und Minal Patel in Aladdin. Foto: Marc Brenner Aladdin
Mercury Theatre Colchester.
4. Dezember 2021
5 Sterne
Endlich! Zum ersten Mal seit drei Jahren im Mercury Theatre ist die Panto zurück!! Ich hoffe, dass man im Zuge der wunderbaren Sanierung des Gebäudes auch das Dach verstärkt hat – denn es wird während der gesamten Spielzeit mehrfach „abgehoben“ werden, dank begeisterter Publikumsreaktionen, die von dieser großartigen Truppe königlich unterhalten werden! Regisseur Ryan McBryde und Autor Andrew Pollard haben die beste Mercury-Panto abgeliefert, an die ich mich erinnern kann.
Leonie Spilsbury und der Panto-Chor. Foto: Marc Brenner
Bei dieser Produktion stimmt einfach bei allen die Haltung – in dem Moment, in dem das Saallicht ausgeht, tauchen wir ein in eine magische, urkomische und aufregende Welt. James Hameed ist ein hervorragender Aladdin, der die „School of Rock“ besucht – und seine Stimme untermauert diesen Anspruch: Er haut Song um Song raus, mit Charisma und Selbstbewusstsein. Aber er ist nicht allein der Star: Das ist die am besten gesungene Mercury-Panto überhaupt! Während ich fand, dass Leonie Spilsbury ihre Fabra Cadabra im ersten Akt noch etwas mehr als Bösewichtin hätte anlegen können, habe ich in der zweiten Hälfte genauso laut gebuht wie der Rest des Publikums – und Sasha Latoya ist eine unglaubliche, freche, stimmlich mitreißende Dschinn aus der Lampe. Danielle Kassarate ist als Prinzessin Jasmin großartig, und Minal Patel verleiht dem Ganzen als The Empower of Colchestaria so viel Autorität, wie in diesem Trubel überhaupt zu vergeben ist.
James Hasmeed und der Panto-Chor. Foto: Marc Brenner
Aber natürlich haben die Mercury-Zuschauerinnen und -Zuschauer der Rückkehr unseres Lieblings-Duos entgegengefiebert: Anthony Stuart Hicks – und Dale Superville. Und sie liefern. Als Humphrey das Kamel gewinnt Dale das Publikum in einem Wimpernschlag; sein urkomischer Gang und dieses Kau-Gesicht sind ein einziges Vergnügen. Und – schließt eure erwachsenen Söhne weg – Anthony Stuart Hicks’ Widow Twankey ist von der Covid-Leine gelassen worden, und sie ist FAB-U-LÖS!! Sie stürmt auf die Bühne – und seid dankbar, wenn ihr nicht zu ihren „Opfern“ in den ersten Reihen gehört: Sie wandert mit Können am schmutzigen Rand entlang, feuert Sprüche ab, improvisiert, bis sie selbst in schallendes Gelächter verfällt!
Antony Stuart Hicks, Marisa Harris und der Panto-Chor. Foto: Marc Brenner
Ein großes Lob an die Ausstattungsabteilungen, die sich wirklich selbst übertroffen haben – besonders an die Garderobe, die allein für die Kostüme der Dame mit jedem Preis überschüttet werden sollte. Ein absolutes Highlight ist Aladdins Flug auf dem Rücken einer Gitarre – wirklich atemberaubend – und sogar ein Elefant hat einen Auftritt! Ich weiß, dass es gerade noch viele Sorgen gibt, aber ich verspreche: Diese Show lässt alles ein Stück leichter werden. Judy Garland sang einmal: „Forget your troubles, c’mon, get happy.“ Um genau das zu schaffen, müsst ihr nur hingehen und euch diese lachtränenreiche, lebensbejahende Show ansehen.
Minal Patel und Daniel Kassarate. Foto: Marc Brenner
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